HIV - ein unerkanntes Problem?


Hinweis: Der nachfolgende Text stammt aus einer Pressemitteilung der Firma Gilead Sciences, Martinsried bei München.

Copyright 2007 Gilead Sciences


Neuinfektionen stagnieren auf hohem Niveau

HIV in Deutschland – ein unerkanntes Problem?

Wiesbaden, 16. April 2007 – In Deutschland leben derzeit etwa 56.000 HIV-Infizierte, und es kommen jedes Jahr 2.600 neue Patienten hinzu. Bei rechtzeitiger Diagnose ist die Infektion heute jedoch nicht mehr akut lebensbedrohlich, sondern dank effektiver antiretroviraler Therapieoptionen eine langfristig behandelbare Erkrankung mit fast normaler Lebenserwartung.

Da viele Betroffene nicht offensichtlich einer Risikogruppe angehören, sollte – um die hohe Dunkelziffer an HIV-Infektionen zu senken – auch in der allgemeinärztlichen und internistischen Praxis häufiger an die Möglichkeit einer HIV-Infektion gedacht werden. Dies war der Tenor der Experten auf einem von Gilead Sciences, Martinsried bei München, initiierten Symposium, das anlässlich des 113. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) im April 2007 in Wiesbaden stattfand.

Zu den klassischen Risikogruppen für eine HIV-Infektion zählen homo- und bisexuelle Männer, Migranten aus Hochprävalenzländern (Afrika, Karibik), i.v.-Drogengebraucher und heterosexuelle Sextouristen. „Da aber Patienten in der ärztlichen Praxis ihre sexuelle Orientierung nicht so ohne weiteres preisgeben, sollte bei unklaren konstitutionellen Symptomen oder typischen HIV-assoziierten Erkrankungen immer auch eine HIV-Infektion in Betracht gezogen werden“, betonte Dr. Jörg Gölz, Berlin.

Mononukleose oder frische HIV-Infektion?

Sowohl die akute als auch die chronische Phase einer HIV-Infektion treten häufig mit unspezifischen Symptomen in Erscheinung. So kann eine frische HIV-Infektion einem grippalen Infekt oder einer Mononukleose ähneln und sich mit Fieber, Hautausschlag und Lymphadenopathie äußern.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann neben Mundsoor, mehrsegmentalem Herpes Zoster oder schwerem Herpes simplex auch eine Mollusca contagiosa auf eine HIV-Infektion hinweisen. Gölz unterstrich: „Dellwarzen im Erwachsenenalter lassen immer auf einen Immundefekt schließen, ein Kaposi-Sarkom kann fast als Beleg für eine HIV-Infektion angesehen werden und bei schnell wachsenden Lymphome wie Non-Hodgkin-Lymphomen sollte an eine Infektion mit dem HI-Virus auch gedacht werden.“

Patienten, die sich ihres HIV-Risikos nicht bewusst sind, stellen sich häufig erst dann in der Praxis vor, wenn bereits opportunistische Infektionen auftreten. Da diese Krankheitsbilder rasch lebensbedrohlich werden können, ist hier ein schnelles Eingreifen erforderlich. So müssen bei Verdacht auf atypische Mykobakteriose, Pneumocystis-carinii-Pneumonie, zerebraler Toxoplasmose oder CMV-Retinitis sofort weitere Maßnahmen ergriffen werden, so Gölz weiter.

Testbereitschaft fördern

Die HIV-Dunkelziffer wird auf 20% bis 30% geschätzt, das heißt, in Deutschland leben etwa 18.000 Menschen mit einer HIV-Infektion, ohne davon zu wissen. Dr. Thomas Buhk, Hamburg, plädierte deshalb dafür, neben der „Safer-Sex“-Kampagne im Rahmen der Aids/HIV-Aufklärung auch das Thema HIV-Test zu thematisieren.

In diesem Zusammenhang spielen Hausärzte, Allgemeinmediziner und Internisten eine wichtige Rolle bei der Aufdeckung bisher unbekannter HIV-Infektionen und können wesentlich zur Senkung der Dunkelziffer sowie konsekutiv zur Verhinderung der weiteren Übertragung des Virus beitragen, betonte Buhk.

Antiretrovirale Therapie 2007

Seit Einführung der HAART (hoch aktive antiretrovirale Kombinationstherapie) ist die Morbidität und Mortalität HIV-Infizierter dramatisch gesunken. „Früher war die tägliche Praxis bei HIV-Infektionen von akut lebensbedrohlichen Erkrankungen, Palliation und Sterbebegleitung geprägt, heute stehen Nebenwirkungsmanagement, Adhärenz, Resistenzvermeidung und Interaktionen sowie die Behandlung von Begleiterkrankungen im Vordergrund“, machte Dr. Carl Knud Schewe, Hamburg, deutlich.

So stehen für die antiretrovirale Therapie inzwischen mehr als 20 verschiedene Medikamente zur Verfügung, die eine Vielzahl von individuell auf den Patienten zugeschnittenen Behandlungsregimes ermöglichen. Da auf Grund der Komplexität der Therapie viel Erfahrung des Behandlers für die Betreuung der Patienten nötig ist, sollte die Initiierung und Kontrolle einer HIV-Therapie HIV-Schwerpunktbehandlern überlassen werden.

Schewe unterstrich abschließend: „Für eine dauerhafte Suppression der Viruslast ist ein hohes Maß an Therapietreue erforderlich. Hier können einfache Therapieregime und die Auswahl von Substanzen mit günstigem Nebenwirkungsprofil zu einer wesentlichen Verbesserung beitragen“.

Weiter Informationen zu HIV/AIDS finden Sie unter www.hiv-facts.net und www.therapie-treue.net.

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Letzte Änderung am Samstag, 26. Januar 2013 um 18:10:30 Uhr.

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