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Allgem. Maßnahmen PEP


Allgemeinmaßnahmen zur Ergänzung der Dreifach-Kombination nach HIV-Exposition

Beruflich bedingte HIV-Infektionen sind bisher nur durch Blut oder Viruskonzentrate erfolgt, und zwar bei Stich- oder Schnittverletzungen, Kontakt mit einer offenen Wunde oder bei Schleimhautexposition.

Experimentelle Untersuchungen haben Hinweise erbracht, dass zwei Stunden nach der Aufnahme der HI-Viren die Anlagerung an Wirtszellen und bis zur ersten Transkription der Virus-RNA zwölf Stunden vergehen. Deshalb ist die Applikation von Medikamenten nur innerhalb eines begrenzten Zeitfensters sinnvoll. Die erste Medikamenteneinnahme sollte so früh wie möglich erfolgen. Sind bereits mehr als 72 Stunden vergangen, ist die Postexpositionsprophylaxe demnach nicht mehr sinnvoll.

Die Standardprophylaxe besteht aus der Kombination von zwei Nukleosidanaloga und einem Proteasehemmer. Als Nukleosidanaloga haben sich Zidovudin (Retrovir®) und Lamivudin (Epivir®) bewährt, die auch als Kombinationspräparat (Combivir®) verfügbar sind. Von den Proteasehemmern kommen neben Crixivan® prinzipiell alle in Frage. Bei Kontraindikationen gegen Proteasehemmer, kann auf einen nichtnukleosidischen Reverse Transpkriptase-Hemmer ausgewichen werden.

Die Postexpositionsprophylaxe besteht allerdings nicht nur aus der Einnahme antiviraler Medikamente, sondern auch aus den bei anderen risikohaltigen Expositionen üblichen Allgemeinmaßnahmen. Bei Stich- oder Schnittverletzungen sollte der Blutfluss durch Druck auf das umliegende Gewebe gefördert werden und bei Kontamination von geschädigter Haut, verletztem Auge oder geschädigter Mundhöhle mit Wasser, Kochsalz oder PVP-Jodlösung intensiv gespült werden. Ferner sollte auch eine Unfalldokumentation erfolgen sowie sofort der Serostatus erhoben werden, um gegebenenfalls die bisherige Seronegativität belegen zu können.

In Analogie zur Wirksamkeit der beruflich bedingten Postexpositionsprophylaxe wird vermutet, dass diese auch nach nichtberuflichen Infektionsrisiken, etwa nach Sexualkontakt mit einem HIV-positiven Partner, wirksam ist. Experten fordern deshalb, dass sie auch diesen Betroffenen nicht vorenthalten werden sollte, jedoch möglichst nur unter studienähnlichen Bedingungen.


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Letzte Änderung am Dienstag, 16. Dezember 2008 um 06:08:23 Uhr.

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