Ärzte: Oft Unwissen über HIV



In den letzten Monaten häufen sich Meldungen über erschreckendes Unwissen über HIV bei Ärzten

Auch nach mehr als 25 Jahren HIV-Epidemie gibt es vor allem unter Allgemein-Ärzten oft noch erschreckendes Unwissen über HIV und den richtigen Umgang damit.

Ganz besonders häufen sich Meldungen über eklatante Behandlungsfehler von nicht auf HIV spezialisierten Ärzten:

Bitte beachten Sie das aktuelle Update zu dieser Meldung weiter unten!


Ein heterosexuelles Paar macht gemeinsam einen HIV-Test. Der Mann wird wider Erwarten HIV+ getestet. Statt diesen umgehend an einen HIV-Spezialisten zu überweisen, schickt der Arzt diesen Mann nach Hause
Eine große Klinik im Rhein-Main-Gebiet testet einen älteren Patienten mit Schlaganfall nach Zustimmung auf HIV. Der Test fällt positiv aus. Daraufhin wird dem Patienten erklärt, das dieser nach zwei Monaten zu einem erneuten Test wiederkommen müsse, da man erst dann das positive Ergebnis bestätigen könne
Ein Patient erkundigt sich bei seinem Hausarzt über Ansteckungsrisiken von Geschlechtskrankheiten. Antwort des Arztes: Machen Sie sich keine Sorgen, auch bei Kontakt mit Sperma gibt es keinerlei Ansteckungsrisiken
Ein Patient wird vom Hausarzt mit einem Rezept auf dem das positive Ergebnis des HIV-Suchtests (ELISA) und der Vermerk "Western Blot Test (Bestägungstest) noch im Labor" in eine HIV-Ambulanz geschickt. Dies am Freitag Mittag und kurz vor Ende der Sprechstunde. Der Patient hat keinerlei Ahnung, was dieses "Ergebnis" überhaupt bedeutet

Fazit

Die oben genannten Fälle sind sicherlich nur die "Spitze des Eisbergs" und trotzdem schon erschreckend genug.

Offensichtlich ist das Wissen um den Umgang mit HIV in der allgemeinen Ärzteschaft in den letzten Jahren immer geringer geworden. Dies gilt selbstverständlich nicht für die auf HIV spezialisierten Ärzte, die oft sehr viel Zeit mit Forbildungen verbringen um in diesem komplizierten Behandlungsgebiet auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Eine Möglichkeit zur Abhilfe könnten gezielte Fortbildungsveranstaltungen der Landesärztekammer bieten, die auch dem Nicht-HIV-Spezialisten das nötige Grundwissen über die HIV-Infektion vermitteln.


Update

September 2009

Leider wurde die geplante Veranstaltung mangels Interesse (1 Anmeldung) von der Landesärztekammer Hessen abgesagt!

Januar 2009

Nach längeren Bemühungen u. a. der AIDS-Aufklärung e. V, der HIVAG und der Redaktion von hiv-facts, bzw hiv-fortbildung.net hat sich jetzt zumindest die Landesärztekammer Hessen zu einer Forbildungsveranstaltung für Allgemeinmediziner die nicht auf HIV/AIDS spezialisiert sind, entschlossen.

Diese Veranstaltung wird im Schulungszentrum der Landesärztekammer Hessen in Bad Nauheim/Wetterau am 09.09.2009 um 16.00 Uhr statt finden.

Weitere Einzelheiten folgen nach Erhalt.

Interessierte Ärzte können sich per e-Mail an direkt an die zuständige
Geschäftsführerin der LÄKH (Frau Blehle) wenden.


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Letzte Änderung am Samstag, 26. Januar 2013 um 18:10:39 Uhr.


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